Erfahrungen mit Adoptionen über Pflegestellen

Amy aus Barlad, adoptiert von Familie Gunske:

Amy im Shelter in Rumänien
Amy im Shelter in Rumänien

 

Amy in ihrer Familie
Amy in ihrer Familie

Wir haben eine Hündin von Seelen für Seelchen adoptiert. Unsere Amy ist Anfang Dezember 2015 nach Deutschland auf eine Pflegestelle in Hildesheim gekommen. Wir haben uns im Internet sofort in sie verliebt und sie dann auch bekommen. Alles ging recht reibungslos, zumal wir zu den Verein schon Kontakt hatten durch einen Patenhündin. Nun unsere Erfahrung mit dem Verein Seelen für Seelchen und dem Hund aus Rumänien.
Seelchen für Seelchen legt alles offen, Spenden usw. werden monatlich aufgelistet und alle Beträge sind nachvollziehbar.
Sicher die Hunde aus dem Ausland kennen nichts. Autos, Krach usw. Erschrickt sie, aber mit viel Geduld kann auch sie sich an alles gewöhnen. Wir jedenfalls haben sehr viel Freude an unserer Hündin. Sie hat schon sehr viel gelernt und wir glauben, daß sie sich hier bei uns sehr wohlfühlt. Wir werden immer wieder einen Hund aus dem Ausland nehmen.
Es wäre schön wenn dieses viele tun würden.
Lg Elke und Kalle Gunske aus Langenhagen

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Oma Lily aus Barlad, adoptiert von Sabrina-Ernst Hertel:

Hallo zusammen,
wir möchten euch gerne unsere Geschichte erzählen wie wir zu unserer Omi Lily gekommen sind und wie der Alltag mit ihr abläuft.
Im Oktober letzten Jahres sind wir aufs Dorf gezogen, eine Jungfamilie mit 2 Katzis, 2 Babies und dem großen Wunsch (meinerseits) endlich einen Hund halten zu können.
Mein Mann, ein ehemaliger Schisshase was Hunde anging, war nicht sonderlich begeistert von dem Gedanken sich einen riesigen Hund anzuschaffen (riesig war für ihn alles ab 20 cm Stockmaß lach).
Trotzdem erfüllte er mir den Wunsch, wir hatten den Platz, die Zeit und er fand es sinnvoll das unsere Babies mit vielen Tieren aufwachsen.
Zuerst hatten wir wochenlang in deutschen Tierheimen geschaut, die wenigsten waren Familientauglich UND hatten nichts gegen Katzen. Die deutsche Tierheimsuche war kurz gesagt ein Disaster, inbesondere auch da es so manche Tierheimleitung gibt die sehr ungern Hunde an Familien mit Babies geben.
Über Ebay Kleinanzeigen hab ich dann unsere jetzige Lily gefunden, inseriert von ihrer Pflegemama Anna mit passendem Beitext vom Verein.
Nach einer kurzen Absprache entschieden wir uns für ein Lily, wir wollten beide gerne einen älteren Hund haben und Handicaps bei Tieren finden wir nicht störend.
Lilly (von unserer TÄ auf 9 geschätzt) hat ein Humpelbein, ein kaputtes Ohr, eine kaputte Zunge, der Schwanz fehlt, grauer Star und inzwischen denken wir auch das sie auf einem Ohr taub ist. Hört sich alles nach viel und schlimm an, aber ein 70 jähriger Rentner ist auch selten genug noch kerngesund 🙂
Schon ein paar Tage später durften wir Lily bei Ihrer Pflegemami besuchen, bei meinem Mann war es Liebe auf den ersten Ohrenkrauler und somit war Lily sogar noch vor Weihnachten bei uns.
Der erste Tag bei uns lässt sich mit einem Wort beschreiben: ruhig, obwohl einschläfernd wohl besser passt lach. Anna hatte uns Lily gegen Abend vorbeigebracht und nachdem Anna das Haus verliess zeigte ich Lily ihr Schlafkörbchen (direkt neben mir im Büro) und das wars. Lily blieb im Körbchen und schaute uns an oder schlief.
Am nächsten morgen begrüßte uns Lily mit soviel Freude das sie fast umfiel vom Stummelschwanz hin und her tüdeln. Ihre riesige Freude uns morgens zu sehen ist immernoch so groß wie am ersten Tag.
Der Alltag mit Lily war die erste Zeit sehr komisch, Lilly schlief entweder neben mir im Körbchen oder im Türrahmen. Bis heute hat sie die “Macke” mit dem Türrahmen, inzwischen geht sie allerdings zur Seite wenn sie merkt das ich ein Baby auf dem Arm habe.
Wirklich aufgetaut ist sie erst knapp 3-4 Wochen später, von einen Tag auf den anderen hat sie wohl begriffen das wir nicht weglaufen oder wenn nur ganz kurz und dann wieder zurück sind. Ab dem Tag legt sie sich auch schonmal alleine ins Wohnzimmer und sonnt sich.
Lily möchte immer mit mir im gleichen Raum sein, außer die Babies liegen im Wohnzimmer auf der Krabbeldecke. Dann legt sich Lily neben (nicht auf!) die Krabbeldecke und hält Wache (schläft und schnarcht). Lily lässt sich gerne von den Babies anfassen, beschnuppert die Kleinen wenn ich dabei bin und findet es toll wenn Babybrei vom Hochstuhl runterfliegt.
Ansonsten merkt man einfach nur das sie die Ruhe hier geniesst, die regelmäßigen Fütterungszeiten (Hunde interessiert die Zeitumstellung null) freudig erwartet und es liebt gestreichelt und beschmust zu werden.
Gassi gehen ist mit Lily schwierig, durch ihren Autounfall fallen ihr lange Strecken schwer und bei Treppen tragen wir sie grundsätzlich rauf und runter.
Inzwischen handhaben wir es so das der “lange” Nachmittagsspaziergang immer genauso so lange hält wie ich merke das sie anfängt stärker zu humpeln. Dann geht es zurück, wenn sie zu stark humpelt auch auf meinem Arm (inzwischen ist sie leichter wie meine Kinder).
Lily ist beim spazierengehen immer auf uns fokussiert, sie läuft nie vor und wenn wir sie ohne Leine mit rausnehmen freut sie sich tierisch und hoppelt wie ein Kaninchen.
Andere Minuspunkte gibt es bei ihr nicht. Sie ist immer lieb, bellt nicht, knurrt nicht, nimmt ohne Motzen ihre Medikamente, verträgt sich super mit unseren Mietzen, begrüßt Besucher immer freundlich zaghaft, stundenlanges Bürsten oder Baden wir akzeptiert (auch wenn ich da manchmal ein Augenrollen sehe).
Bürsten… ja doch das könnte ein kleiner Minuspunkt sein. Momentan haart sie sehr extrem, das dicke Rumänenwinterfell fällt aus und so sieht auch unser Teppich aus. Ich bürste jeden Tag einen Riesenball an Unterwolle raus und es wird einfach nicht weniger. Teilweise kann ich am Popo und Oberschenkel richtige “Brocken” rauszupfen die locker sind.
Würden wir uns nochmal einen Hund aus Rumänien holen? Ja auf jedenfall! Wir lieben unsere kleine Omi und wir sehen jeden Tag wie dankbar sie ist endlich ein schönes Zuhause zu haben.
Wir hoffen euch ein bisschen die Angst oder Zweifel genommen zu haben sich einen “kaputten” Hund aus dem Ausland zu holen, vor allem diese Hunde haben ein warmes Körbchen verdient 🙂

Mit allerbesten Grüßen Familie Ernst-Hertel”

Lily März 2016 Lily noch im Shelter in Rumänien