Deprivationsschäden

Einige Hunde sind im Shelter, die unter sogenannten “Deprivationsschäden” leiden und sich deshalb nicht anfassen lassen mögen und bei Ankunft in Deutschland einfach mehr Arbeit bedeuten als andere Hunde. Hier möchten wir euch kurz erklären, woran das liegt:
unter Deprivationssyndrom versteht man eine Entwicklungsstörung im Gehirn, angelegt in der sensiblen Phase (4. – 16. Lebenswoche) und hervorgerufen durch fehlende Umweltsozialisierung, also fehlende Erfahrung mit Menschen oder Umweltreizen.  Durch diese fehlenden Reize bilden sich gewisse Neuronenverbindungen im Gehirn nicht.
Was das Hundegehirn in dieser Phase nicht lernt lernt es auch später nur sehr schwer. Solche Hunde sind häufig sehr unsicher, sehr nervös, haben einen hohen Erregungslevel, neigen verstärkt zu Aggressivität, zu Übersprungshandlungen und Verhaltensauffälligkeiten wie Stereotypien (diese Hunde wirken manchmal wie gefangen im eigenen Körper) oder permanentes sich selber kratzen (diese Aufzählung ist allerdings mit Sicherheit nicht vollständig). Sie sind häufig (ein Leben lang) stressanfällig, schwierig zu trainieren und können vor allen Dingen einmal Gelerntes nicht auf vergleichbare Situationen übertragen. Hunde mit Deprivationsschäden können diese Mängel aus der sensiblen Phase nie (!) gänzlich aufholen, allerdings können sie den Umgang hiermit, abhängig vom Ausmaß der Defizite, mehr oder weniger gut erlernen. Das erfordert allerdings viel Geduld und Training und vor allen Dingen das tiefe Verständnis für die Situation des Hundes und die Folgen.
Wir haben viele Positivbeispiele von über uns ausgereisten Hunden mit Deprivationsschäden bereits in Deutschland, wir stellen gern Kontakt zu den Pflegestellen oder Familien her welche dam erfolgreich gearbeitet haben.