Mailow
vom verstoßenen Straßenhund zum geliebten Familienmitglied

+++VERMITTELT+++

Falls Sie eigentlich auf der Suche nach einem Hund sind, der noch keine eigene Familie hat, dann gehen Sie am besten über das Menü in der oberen Auswahl. (“Hunde” –> “Zuhause gesucht”) 

Die Geschichte von Mailow ist einfach unglaublich und hat ein wunderschönes Happy-End gefunden!

Wir sahen den armen, alten Mailow Ende 2016 auf einer Straße in Barlad. Schnell fanden wir heraus, zu welchem Haus er gehörte, und daß sich sein Besitzer einen Welpen zugelegt hatte und Mailow deswegen vom Hof gejagt worden ist. Wir erzählten seine Geschichte auf Facebook und fanden ganz schnell eine liebe Patin für ihn, er bekam seinen Namen und sollte bei nächster Gelegenheit in Sicherheit gebracht werden. Doch dann war er verschwunden! Den ganzen Winter über haben wir ihn gesucht, immer wieder auch die Nachbarn gefragt, aber er blieb wie vom Erdboden verschluckt. Da er schon so alt war, haben wir irgendwann die Hoffnung aufgegeben, es schien uns unmöglich zu sein, daß er bei den eisigen Temperaturen überleben konnte. Und dann passierte das Unglaubliche: bei unserem letzten Besuch Ostern 2017 fanden wir ihn wieder! Er lebte immer noch vor seinem ehemaligen Zuhause, darf aber auch nach wie vor nicht mehr auf den Hof kommen. Es brach uns das Herz, diese grenzenlose Treue von diesem alten Hund zu sehen! Jeden Tag wartete er vor der Tür und hoffte, daß er endlich wieder hereingelassen wird, und obwohl schon so viele Monate vergangen waren und er garantiert eine harte Zeit im Winter hinter sich hatte, freute er sich immer noch über uns Menschen und war absolut lieb und freundlich. Wir waren wirklich erleichtert, ihn in einem relativ guten Zustand wieder zu sehen! Aber es gab trotzdem noch kein Happy-End für ihn, denn sein (in unseren Augen ehemaliger Besitzer) verbat es uns, ihn ins Shelter zu holen! Er wollte ihn zwar nicht wieder auf dem Hof haben, aber ins Shelter sollte er auch nicht! So bitter es war, wir konnten nichts weiter tun, als ihn nochmal zu streicheln und ihm ganz fest zu versprechen, daß wir alles dran setzen werden, um ihm einen schönen Lebensabend zu verschaffen! Wir konnten einen Deal mit dem Besitzer machen: wenn wir ein Zuhause hier in Deutschland für ihn finden, dürfen wir ihn mitnehmen! Und das Wunder geschah, wir fanden sehr schnell ganz liebe Menschen, die sich in Mailow verliebten und ihm die Chance seines Lebens gaben. Wir holten ihn also schnell ins Shelter und bereiteten ihn auf seine Ausreise vor, und Anfang Juni 2017 war es endlich so weit, Mailow durfte seine Reise ins Glück antreten!

Und das schreibt seine neue Familie von ihm:

Nachdem im Februar unsere Hündin Angie mit 12 Jahren an Leberkrebs gestorben ist, wollten wir gar keinen Hund mehr. Wir trauern noch heute, weinen immer noch. Aber uns hat Etwas gefehlt – ohne Hund ist alles doof.

Irgendwann bin ich auf Seelen für Seelchen gestoßen und dann sah ich Mailow. Seine Story ging mir ans Herz, verstoßen aber kommt nicht von dort los. Wer weiß, wofür es gut war. Meine Frau wollte einen Hund von einer PS in D, um zu sehen ob es passt. Gerne Hündin und jünger. Ich wollte nur Mailow.

Nach dem ich Frau und Mutter überzeugt hatte, ging es dann ganz schnell. Sonntagmorgen um 03.50 kam er in der Nähe von HH an. Flugs in die Transportbox und im Regen die 180 km zurück an die dänische Grenze. Wasser hat er gierig genommen. Ich fuhr, meine Frau hatte sich hinten hingesetzt um ihn zu trösten. Nach 30 min. fing er an zu weinen. Mailow konnte es nicht mehr halten und nässte sich ein. Unglücklich stand er in der Box. Wir tauschten die Plätze und ich holte ihn raus, nahm ihn auf den Schoß. Er beruhigte sich sofort und wir kamen kurz vor 6 Uhr an.

Eine ganz kurze Gassirunde vor dem Haus und dann in die Wohnung. Dankbar nahm er das vorbereitete Essen (Reis, Hühnchen, Hüttenkäse und Möhrengemüse). Er hielt sich fast nur im Flur auf und lag viel. Wenn er stand suchte er Körperkontakt und genoss alle Berührungen. Da er noch unkastriert war, hat er am ersten Tag einen kleinen See in den Flur gemacht, vielleicht auch markiert. Später hat er dann die Stützpfeiler vor der Haustür auserkoren. Wir haben alles gut gespült und mit Essig abgesprüht. Bis jetzt ist es noch nicht wieder vorgekommen. Alle 3 Std. gings raus und wir haben die 100 m Umkreis um die Wohnung erkundet. An der Leine laufen geht ganz gut – dafür, dass er es nicht groß kannte. Dass er auf Mailow reagiert, haben wir an Tag 2 mit Leckerlies einigermaßen erreicht. ‘Sitz’ allerdings geht gar nicht – auch nicht mit Hundekeksen. Er wird wohl Gelenkprobleme haben. Stehen, gehen oder liegen – ok. Die (Eck)zähne und die hinteren sind noch ganz ok – die vorderen kleinen alles nur noch Stümpfe. Die Augen fangen an trüb zu werden – das macht mir ein bissl Angst.

Da er doch etwas müffelte und sein Fell sehr stumpf war, wagten wir an Tag 1 abends ein Bad. Ab in die Dusche, Wasser ganz leicht an der Brause eingestellt und probiert. Was soll ich sagen – er liebt es! Einschäumen, ausspülen – kein Problem. Die braune Suppe spülte 10 Jahre Rumänien ab. Trocken gerubbelt und später dann mehrmals gebürstet. Auch das findet er toll. Nachdem wir fellmengenmäßig einen 2. Hund herausgebürstet und ihn an ein paar Stellen mit Kokosfett versehen hatten (auch das mag er) hatten wir einen wohlig duftenden hübschen alten Wolf vor uns.

Er liebt Streicheleinheiten und Massagen. Er mag nicht: die 2 brandneuen Körbchen, Teppiche und den norddeutschen Wind. Er hasst es, wenn man ihn hochheben will (ins Auto), knurrt und zeigt Zähne. Und er knurrt, wenn ich ihm gedankenverloren beim Essen über den Rücken streiche.

Ein absolut liebenswerter alter Bär, der mit lautem Seufzen und Stöhnen sein Wohlgefühl beim Massieren zeigt. Zu alt, um mit uns auf Bergurlaub in die Alpen zu kommen – aber da wird sich eine Lösung finden. Morgen checkt der Tierarzt ihn noch mal durch. Dann gibts auch reguläres Futter: morgens eine Dose Nassfutter, abends Trockenfutter. Spielen hat er nie gelernt, das muss er auch nicht, wenn er nicht will. Das Huhn und die Ratte also auch umsonst gekauft. 🙂

Ich kann nur jedem ans Herz legen: vergesst die alten Haudegen nicht, die treuen alten Bären, die ihr Leben lang auf den Höfen waren und zum Schluss gegen einen Welpen eingetauscht wurden. Diese Hunde verdienen es ganz einfach, einen schönen Lebensabend zu haben. Und manchmal passt es ganz einfach besser, einen ruhigen dankbaren Vetreter zu holen als eine quirliege Maus, die viel Action braucht. Insbesondere, wenn man berufstätig ist. Dann ist ein Opa/Oma genau das Richtige. Die letzten Jahre können dann die schönsten werden…

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Bilder aus vergangenen Zeiten in Rumänien:

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