+++VERMITTELT+++
Falls Sie eigentlich auf der Suche nach einem Hund sind, der noch keine eigene Familie hat, dann gehen Sie am besten über das Menü in der oberen Auswahl. („Hunde“ –> „Zuhause gesucht“)
Ganz vorsichtig schau ich aus der sicheren Hundehütte hervor. So viel Trubel hier bei uns, alle um uns herum sind ganz aufgeregt, bellen wie wild und springen umher. Ich bin mir gar nicht sicher, was ich davon halten soll und schaue mir das ganze erst einmal aus sicherer Entfernung an. Menschen in unserem Zwinger. So viele Erfahrungen habe ich mit Menschen noch gar nicht gemacht. Irgendwie sind sie mir suspekt. Sie wollen irgendwas von uns, aber wir Geschwister wissen alle nicht genau, wie wir das finden und kuscheln uns eng aneinander. Doch nach und nach überwindet einer nach dem anderen seine Scheu und die Neugier kommt zum Vorschein. Wir sind alle noch sehr jung, ca 5 Monate (Stand Mai 2019), da sollten wir eigentlich die Welt erkunden und tolle Sachen erleben. Doch dort, wo wir zur Welt gekommen sind, gibt es keine unbeschwerte Kindheit. Seit kurzem sind wir im Racari Shelter und warten ab, was hier mit uns passiert. Geschichten machen hier die Runde. Von Hunden, die in ein großes weißes Ding gesetzt werden und nicht wiederkommen. Mir macht das Angst, doch alle sagen, dass diese Hunde das große Los gezogen haben, weil sie in ein neues Zuhause gebracht werden, zu Menschen, die ihnen Liebe und Geborgenheit schenken, die ihnen ein Leben ermöglichen, welches wir uns hier kaum vorstellen können. Doch ich kenne die Menschen fast gar nicht, ich habe all meinen Mut zusammennehmen müssen, um nach einer ganzen Weile doch mal meine Hütte zu verlassen und mir das ganze aus der Nähe anzusehen. Ich bin sehr schüchtern und habe noch gar nichts lernen können. Ich muss erst lernen, dass Menschen mir nur Gutes tun, dass Streicheln ein wohliges Gefühl auslösen kann, dass die Dinge in eurem Alltag mir nicht gefährlich werden können, weil ihr Menschen auf mich aufpasst. All das wird Zeit brauchen und viel Geduld erfordern. Es wird vorwärts gehen und auch mal rückwärts. Doch irgendwie hab ich ja schon das Gefühl, dass mein Leben mehr zu bieten haben sollte, als diesen Zwinger. Ich habe das Bedürfnis, mich zu bewegen, zu schnüffeln und mit meinen Geschwistern zu toben. Da ist das Gitter schnell erreicht und irgendetwas in mir sagt mir, dass es so eigentlich nicht sein sollte. Die Freiheit dort draußen jenseits des Zwingers ist angsteinflößend, aber dennoch ruft sie uns. Was passiert, wenn wir diesem Ruf nicht folgen können? Wir werden hier erwachsen werden und in dieser so wichtigen Lebensphase kaum etwas kennenlernen können. Das wird es uns im späteren Leben sehr erschweren, wenn sich dann jemand in uns verlieben sollte. Deshalb ist es so wichtig, dass auch wir so früh wie möglich in dieses große weiße Ding gesteckt werden. Und ich will ja nicht jammern, aber für mich wäre es ganz besonders wichtig, denn anscheinend mögen mich meine Geschwister nicht besonders. Ich bin die Zarteste von uns und gerne mal das Opfer von Frust und Langeweile. Das soll kein Dauerzustand bleiben! Also, auch wenn es eine Herausforderung für mich werden wird, mich an ein Leben bei euch zu gewöhnen, so hoffe ich doch, dass es es da draußen jemanden gibt, der den Ruf der Freiheit beantwortet und mich zu sich holt und mich an die Pfote nimmt.





































