Feli
47 cm – die blinde Schönheit
[92439 Bodenwöhr]

Steckbrief
Alter: ca. 7 Jahre
Geschlecht: weiblich, kastriert
Größe: ca. 45- 50 cm
Charakter: offen, neugierig, kontaktfreudig, nicht aufdringlich, ruhig, unkompliziert, genügsam, souverän
Kinderverträglich: nicht getestet, vermutlich aber kein Problem
Artgenossenverträglich: absolut
Jagdinstinkt: bisher nicht festgestellt
Für Hundeanfänger geeignet: ja
Wunschzuhause: liebevolle Menschen mit Geduld
Besonderheit: blind
Verwandte: Tochter BW 32, Enkelkinder Bosco, Ayumi, Tijana


Meine lieben Menschen fürs Leben,
mein Pflegefrauchen sagt, dass sie noch nie so einen unkomplizierten Pflegehund gehabt hätte wie mich. Dabei hat sie sich vorher viele Gedanken gemacht, wie das wohl klappen wird, wenn ich bei ihr einziehe. Das war nämlich auch für sie eine neue Situation, denn ihr müsst wissen, dass ich blind bin. Umso begeisterter ist sie nun darüber, wie problemlos ich schon wenige Tage nach meiner Ankunft in Bodenwöhr mit dem Alltagsleben in Deutschland klarkomme. Die eine Stufe vor der Haustür habe ich bereits nach zwei Tagen auch ohne Ankündigung gefunden und gemeistert. Ich bin stubenrein und bleibe problemlos auch mal alleine zuhause. Was die Grundkommandos angeht, so hat mein Pflegefrauchen mit mir zunächst mal Kommandos geübt, die mir helfen, auch ohne Augenlicht in dieser neuen Umgebung klarzukommen: „Stopp“ und „Vorsicht“. Beim Autofahren bin ich ebenso relaxt und schnarche während der Fahrt vor mich hin. Beim Einsteigen brauche ich wegen meines Handicaps bisher noch Unterstützung und werde einfach hineingehoben. Das klappt aber problemlos.

In der Wohnung bewege ich mich trotz meiner Blindheit mittlerweile schon sehr selbstständig und souverän. Und wenn doch mal ein Türrahmen im Weg steht, dann störe ich mich aber gar nicht daran. Draußen drossele ich meine Geschwindigkeit doch ein bisschen mehr und bleibe immer wieder mal stehen, halte die Nase in den Wind und horche. Da bin ich eben vorsichtig, aber überhaupt nicht ängstlich. Sogar an der Leine laufe ich schon recht passabel. Ich mache aber auch ganz deutlich, wieviel Neues ich aufzunehmen in der Lage bin. Wenn ich zeigen möchte, dass es für den Moment genug neue Eindrücke waren, dann drehe ich einfach um und möchte zurück ins kuschelige Haus. Ich weiß genau was ich will und das zeige ich auf meine ruhige Art auch. Meine Fähigkeiten und Grenzen kenne ich nämlich sehr genau und bin daher immer sehr dankbar, wenn man mir mein eigenes Tempo zugesteht beim Kennenlernen dieser, für mich noch ganz neuen, Welt.

Um die zahlreichen neuen Eindrücke verarbeiten zu können, schlafe ich noch recht viel, wenn auch schon merklich weniger als in den allerersten Tagen. Überhaupt gewöhne ich mich wirklich rasch und problemlos ein. Neulich habe ich zum ersten Mal freudig gebellt und war dabei richtig happy und gelöst. Und ich bin ganz sensibel in der Wahrnehmung meiner Umwelt. Als mein Pflegefrauchen neulich mal ein bisschen genervt war, bin ich sofort hingegangen und hab sie angestupst. Ja, so bringe ich sie immer wieder zum Staunen und zum Lachen. Da hat sie sich vorab jedenfalls umsonst gesorgt, wie ich hier wohl zurechtkommen würde, wo ich doch nicht sehen kann.

Auch mit meinen Artgenossen verstehe ich mich prima. Hier auf der Pflegestelle lebe ich nur mit Hündinnen zusammen. Da ich mich im rumänischen Tierheim mit den Rüden aber ebenso gut vertragen habe, gilt das hier in Deutschland höchstwahrscheinlich genauso. Bestimmt würde ich auch mit Katzen oder anderen Kleintieren gut auskommen, denn ich zeige keinerlei Jagdinstinkt. Das müssten wir aber erst noch testen.

Wie ihr vielleicht schon herauslesen könnt, schränkt mich meine Blindheit kaum ein, denn ich sehe eben mit dem Herzen. Und das ist wirklich riesig groß. Menschen finde ich ganz toll und bin ihnen gegenüber immer freundlich und entspannt. Auch bei diesem Thema kommt mein Pflegefrauchen regelrecht ins Schwärmen, wenn sie über mich berichtet, denn durch meine offene und ruhige Art bin ich alles andere als kompliziert. Da geht den Menschen auch das Herz auf, wenn ich sie freudig wedelnd an der Tür begrüße und mich gerne streicheln lasse. Auch bei Besuchern benehme ich mich mustergültig und bleibe einfach auf meinem Platz liegen, freue mich aber auch über deren Streicheleinheiten. Kinder habe ich hier bisher aber noch nicht kennengelernt. Wie ich mit ihnen zurechtkomme, das konnten wir also noch nicht ausprobieren. Ich bin jedenfalls überhaupt nicht schreckhaft und zucke nicht mal zusammen, wenn man mich ohne Vorankündigung anfasst oder streichelt. Allerdings wäre eine aktive Familie oder eine mit kleinen Kindern wohl nicht das passende Zuhause für mich, denn ich brauche unbedingt auch ausreichend Ruhe in meinem Für-Immer-Zuhause.

Ich wünsche mir daher liebevolle und geduldige Menschen, auf die ich mich uneingeschränkt verlassen kann. Denn trotz allem, was mir in meinem Leben schon widerfahren ist, habe ich das Vertrauen in die Menschen nicht verloren. Dieses Verhältnis muss unter allen Umständen intakt bleiben. Und auch, wenn ich es euch mit meiner entspannten und unkomplizierten Art schon unverhofft leicht mache eine blinde Hündin aufzunehmen, so brauche ich doch unbedingt Menschen, die bereit sind, sich ernsthaft auf mich einzulassen. Menschen, die meinem Bedürfnis nach Stetigkeit und Zuverlässigkeit gerecht werden, die mir mein eigenes Tempo zugestehen und mich mit Verständnis dabei unterstützen, mich einzuleben und weiterzuentwickeln. Denn meine Blindheit soll mich nicht darin einschränken, ein glückliches und unbeschwertes Hundeleben führen zu können.

Seid ihr also vielleicht meine Menschen fürs Leben? Dann meldet euch bitte bei mir. Ich freue mich schon darauf, euch kennenzulernen! Eure Feli

Feli wird entwurmt, entfloht, geimpft, gechippt, kastriert und mit europäischem Pass gegen eine Schutzgebühr von 390 € mit Schutzvertrag über den Verein Seelen für Seelchen e.V. vermittelt. Des Weiteren wurde vor der Ausreise ein Schnelltest auf Mittelmeerkrankheiten durchgeführt, der negativ war.



Nachfolgend ihr alter Text und Bilder aus Rumänien:

Steckbrief
Alter: ca. 7 Jahre (Stand 2021)
Geschlecht: weiblich
Kastriert: ja
Charakter: freundlich, ruhig
Größe: ca. 43 cm
Geimpft/gechipt: ja
Im Shelter seit: Dezember 2019
Verwandte: Tochter BW 32, Enkelkinder Bosco, Ayumi, Tijana
Besonderheit: beidseitig erblindet (Handicap)

Unsere Feli trägt eine traurige Geschichte in ihrem Rucksack. Denn die hübsche Hundedame lebte einst zusammen mit ihrer Tochter zufrieden auf den Straßen Rumäniens, bis sie eines Tages von einem fürchterlichen Menschen geschlagen wurde. Warum wissen wir leider nicht. Der Schaden aber ist groß: sie ist auf beiden Augen blind.

Zum Glück ist die liebenswerte Seele jetzt in unserem sicheren Shelter. Trotz der schrecklichen Erfahrung ist Feli sehr freundlich zu Menschen. Das Zusammenleben mit anderen Hunden klappt auch sehr gut.

Sie wünscht sich eine Familie, der sie zu 100% vertrauen kann und die sie mit ganz viel Geduld und Liebe an ihr neues Hundeleben heranführen wird. Es braucht bestimmt eine spezielle Art der verbalen Kommunikation. Aber wir sind uns sicher, dass sie das mit den richtigen Menschen ganz gut meistern wird.

Bekommt die hübsche Hundelady bald ihre Chance?

Feli im Dezember 2020: