Das Public Shelter-Bârlad 2016-2018

Hier die Geschichte des Public Shelter in Barlad 2016-2018

Wie in ganz Rumänien gab es auch einst in Bârlad ein öffentliches Tötungsshelter, welches im Auftrag der Stadt arbeitete. Dieses Shelter hatte Platz für ca. 50 Hunde und war wegen mangelnden Interesses sehr heruntergekommen. Wie in öffentlichen Sheltern üblich wurden alle drei Monate die Hunde, die bis dahin kein Zuhause gefunden hatten, euthanasiert, also eingeschläfert. So wurde Platz für Neuzugänge von der Straße geschaffen. Aufgrund mangelnder Nachfrage teilten leider fast alle Hunde dieses traurige Schicksal.

Doch nicht alle Rumänen verschließen ihre Augen vor diesen Gräueltaten; und so kam es, dass zwei private Tierschützerinnen aus Bârlad versuchten, so viele Hunde wie möglich vor der Tötung zu retten. Als wir sie zum ersten Mal kennen lernen durften, hatten sie mittlerweile ca. 350 Hunde gerettet und wurden von keiner Organisation unterstützt. Durch Zufall erfuhren wir von dieser Notlage und da unser Verein so langsam wuchs und wir mehr und mehr Unterstützer bekamen, schauten wir uns die aktuelle Lage vor Ort an. Wir sprachen mit den beiden Frauen, Luiza und Lucia, waren auf Anhieb auf der gleichen Wellenlänge und boten ihnen unsere Unterstützung an. Durch die Medien wurde dann auch auf die Missstände im öffentlichen Shelter aufmerksam gemacht und der Bürgermeister geriet zunehmend unter Druck. Schließlich bot er uns an das öffentliche Shelter zu übernehmen. Nach intensiven Gesprächen mit dem Bürgermeister von Bârlad wurde dann im April 2016 ein Vertrag mit der Stadt festgehalten, der die Leitung und Versorgung des Shelters durch den Verein in Eigenregie sicherstellt. Luiza wurde als Shelterleitung eingestellt und seitdem kein einziger Hund mehr getötet. Dies war ein riesiger Erfolg!

Auch das Einfangen der Hunde von der Straße wurde von unseren drei Mitarbeitern übernommen, so dass dies sehr viel schonender vonstatten ging und die Vierbeiner keine Traumata davon zurück behielten. Es wurde auch vertraglich vereinbart, dass monatlich 40 Hunde von der Straße eingefangen und ins Shelter zwecks Vermittlung gebracht werden. Zudem konnten wir den Bürgermeister davon überzeugen, dass neben der Vermittlung der Hunde einzig Kastrationen das wirksame Mittel sind, um die Anzahl der Streuner auf den Straßen zu verringern. Auch in diesem Punkt trafen wir auf großes Verständnis und wurden seitdem vom Bürgermeister tatkräftig unterstützt. Neben den eingefangenen Straßenhunden, die ein vorübergehendes Zuhause im Little Souls’ Home fanden und die natürlich kastriert wurden, boten wir der heimischen Bevölkerung einmal im Monat an, ihre Hunde bei uns kostenlos kastrieren zu lassen. Das sind jeweils 50 – 100 Besitzerhunde monatlich, die keinen Nachwuchs bekommen.

Wir hoffen, und dies ist durchaus realistisch, dass in 5Jahren das Straßenhunde-Problem in Bârlad Geschichte ist und wir dann anfangen werden, die Streuner aus den umliegenden Dörfern einzufangen. Da wir dadurch die Fangquote drastisch reduzieren werden, können wir den Bestand im Shelter reduzieren und dadurch die Zwinger vergrößern, so dass es die Hunde ein wenig komfortabler haben werden.

Die Zusammenarbeit mit der Stadt, besonders mit dem Bürgermeister, ist absolut positiv. Auch die Kastrationsaktionen (Spayathons) für die Hunde der Einheimischen werden erfolgreich angenommen und haben regen Zulauf. Mittlerweile steigen sogar die Adoptionsquoten aus dem Shelter an Menschen aus der Stadt Barlad!

Insgesamt kann man sagen, dass dies ist ein Paradebeispiel dafür ist, wie Tierschutz im Ausland praktiziert werden sollte, um nachhaltig das Problem der Straßenhunde in den Griff zu bekommen.


UPDATE 12.01.2019

Der Stand der Dinge in Bârlad. Viele von euch haben die Kündigung des Vertrages mit der Stadt durch den Bürgermeister am 01.11.2018 miterlebt sowie alles, was daran hing und auch noch hängt. Wir haben es mit eurer Hilfe geschafft, bisher 121 Hunde aus dem Little Souls Home und dem Help Azorel herauszubringen. Diese Zahl ist inklusive der Hunde, die von Tierheimen übernommen wurden, also die Gesamtzahl.

Nach der Blitzaktion, viele Hunde aus dem städtischen Teil zu “retten”, damit sie nicht in die Hände des Bürgermeisters fallen, hatten wir viel zu überfüllte Zwinger in beiden Sheltern. Anfang Dezember kehrte etwas Ruhe ein, die Hundefänger hatten ihre Quote erfüllt und zogen ab.

Unsere Aufgabe war es nun, nach wie vor so viele Hunde wie möglich unterzubringen. Pflegestellen und neue Zuhause wurden gefunden. Tierheime waren und sind (!) teilweise unglaublich hilfsbereit und übernehmen Hunde von uns. Und das alles mit unserem normalem Prozedere, es wurden keine Ausnahmen gemacht oder schnelle “Hauptsache weg”-Adoptionen durchgeführt. Unser Vermittlungsteam hat in den letzten 9 Wochen bis zum Rand der Erschöpfung gearbeitet und alle aus dem Team, die Kapazitäten hatten, haben geholfen und mit organisiert.

Danke an dieser Stelle für alles an euch! Die finanzielle Unterstützung hat uns mehrfach Freudentränen entlockt, es wurde geteilt und Platz in den Körbchen geschafft. So anstrengend es war, es war genauso schön zu sehen, wie unsere Community im Notfall alles möglich gemacht hat.

Der momentane Stand ist, dass der Bürgermeister Hundefänger engagieren wird, wenn er meint, es sind zu viele Hunde auf der Straße. Uns bleibt nur zu reagieren, wenn es erneut dazu kommt; bisher ist kein Termin bekannt.

Wir geben nicht auf eine Lösung für Bârlad zu suchen.

Unser nächster Transport fährt am 25.01.2019 und wird erneut Hunde aus Bârlad mitbringen.


UPDATE 06.11.2018

Katastrophaler Rückschlag in Barlad
– unsere Seelchen sind in Gefahr 

Der 01.11.2018. war ein schwarzer Tag in unserer Vereinsgeschichte,  denn der Bürgermeister von Bârlad, Dumitru Boros, nahm uns den angemieteten Teil unseres Little Souls Home Shelter weg.
Die Stadt hat sich dazu entschieden, die Tötungen wieder aufzunehmen. 
Geistesgegenwärtig hat unsere wunderbare Luiza die 90 Hunde, die bisher in dem alten Teil untergebracht waren, in den neuen Teil umgesetzt. 

Der Bürgermeister hat eine Hundefänger Firma beauftragt  Hunde von den Straßen zu holen. Der erste Auftrag lautete 100 Hunde einzufangen.  Die letzten Tage mussten wir, das Little Souls Home Team und weitere Tierschützer vor Ort hilflos zusehen, wie sie eingefangen  und in das städtische Shelter verfrachtet werden.

Unser Shelter ist stark überfüllt, durch die Umsetzung der Hunde in vom städtischen Teil in unser gebautes Shelter.

Wir befürchten Beißvorfälle,  bei denen Hunde sterben,  aufgrund der Enge und des Stresses.  Unser Shelter kann keine Hunde mehr aufnehmen, somit können wir auch keine Hunde vor den Hundefängern sichern.
Wir haben einen Notfalltransport für den 09.11.2018 organisiert und rotieren seit Tagen Stellen zu finden, u.a. unterstützen uns auch ein paar tolle Tierheime, die spontan helfen können.  Der Transport ist jetzt voll. Wir sind sehr dankbar für die Hilfe der letzen Tage und teilweise völlig aus dem Häuschen, wie viele uns auch finanziell unterstützen, diesen Transport möglich zu machen.

Es müssen aber noch mehr Hunde unter gebracht werden, da wir jetzt erst  die Hälfte der Hunde, die dazu gesetzt wurden,  aus dem Shelter bringen können. Der nächste Transport ist am 07.12.!

Dazu kommt das wir am 02.11.2018 schriftlich von der Stadt aufgefordert wurden, das Grundstück auf dem unser Little Souls Home steht, an die Stadt zurück zu geben. Ein Anwalt ist eingeschaltet, da der Shelter darauf uns gehört und von Spendengeldern finanziert wurde.
Wir werden dagegen ankämpfen.

Am 05.11.2018 wurde 6 Tierschützern vor Ort, darunter auch die Belegschaft des Little Souls Home, eine Geldbuße von rund 580€ pro Person wegen  “Erregung öffentlichen Ärgernisses” verhängt.
Es wird massiv versucht alle Mundtot zu machen.

Wir halten Sie auf dem laufenden.


Oktober 2016
**Das Shelter bereitet sich auf den Winter vor**

Das Shelter Little Souls Home bereitet sich auf den Winter vor. Viele Materialien mussten gekauft werden, Sie sehen in den Bildern dass vor allem die gespendeten Plastikhundehütten verstärkt werden!
Dort oben werden es bis zu -30 Grad. Die alten Hunde und die Hunde ohne Fell haben wenig Chancen, aber wir tun was wir können.
Auch das SFS-Auto in der Stadt musste Winterreifen, Ölcheck und weitere Dinge bekommen, damit es auch im Winter seinen Dienst tun kann.
530 Euro haben wir insgesamt bezahlen müssen.

 

"Gemeinsam für die Hunde in Rumänien!"

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