Erfahrungsberichte: Direktadoptionen

Bugs (jetzt Balu) aus Help Azorel

Ankunft 13. Juni 2020

Anfang 2020 haben wir mit dem Gedanken gespielt, einen Hund bei uns aufzunehmen.

Nach vielen Gesprächen mit dem Familienrat haben wir uns auf die Suche gemacht. Klar war für uns, dass wir einen Welpen haben möchten. Was zwar viel Arbeit bedeutet, aber dass man am Ende ein Familienmitglied hat, „so wie man es haben möchte.“

Wir haben uns Seiten von Züchtern angesehen oder auch Wurfankündigungen im Anzeigeblättchen.

Bis wir auf die Idee gekommen sind, warum nicht auch einen Hund aus dem Ausland zu adoptieren und zu retten.

Als wir dieses fertig gedacht haben, sind wir im Netz auf die Suche gegangen.

Es gibt unzählige Tierschutzvereine. Aber als ich auf die Seite von Seelen für Seelchen gestoßen bin, war ich schon sehr beeindruckt.

Die Philosophie des Vereins hat mich sehr angesprochen.

Also hab ich mir dort die Junghunde angesehen.

Einer hübscher als der andere …

Letzten Endes sind wir auf den süßen Bugs gestoßen, der mit seinen 5 Geschwistern im Shelter geboren ist. Er hatte also bis dahin keine schlechten Erfahrungen mit Menschen gemacht.

Perfekt für uns, weil es unser erster Hund ist und wir eigentlich total unerfahren waren.

Ich habe dann Kontakt aufgenommen, der ausgesprochen kompetent und professionell war. Ich habe mich gut über einen „Auslandshund” informiert gefühlt.

Der Ablauf mit dem Interessentenbogen bis hin zu Vorkontrolle war super organisiert und alle Kontaktpersonen sehr freundlich. Auch wenn es im Anschluss noch Fragen gab von meiner Seite, musste ich nicht lange auf eine Antwort warten.

Als es dann soweit war, dass unser neues Familienmitglied ausreisen durfte, muss ich sagen, dass dieser Transport einfach perfekt organisiert war.

Alles in einem … ich kann nur mein höchstes Lob und meinen größten Respekt an alle Beteiligten aussprechen.

Jasmin M.

Juni 2020


Elina aus Help Azorel

Ankunft 28. September 2019

Oktober 2018 mussten wir unsere 15 Jahre alte Hündin einschläfern lassen. Danach wollte ich eigentlich keinen Hund mehr.

Monate später, motiviert durch eine Freundin, dachte ich über eine Patenschaft für Hunde aus dem Ausland nach. Nach unzähligen Besuchen auf diversen Internetseiten stieß ich auf Seelen für Seelchen. So fand ich auch Elina, sie gefiel mir von Anfang an, so füllte ich den Patenschaftsantrag aus.

Nach etlichen Tagen und Wochen und mehreren Besuchen auf ihrer Seite überlegte ich mir, sie ganz bei uns aufzunehmen. Schließlich interessierte sich auch scheinbar keiner für sie.

Nach Absprache mit der Familie, füllte ich den Interessentenbogen aus und wartete.

Etliche Gespräche wurden geführt und ich befürchtete schon, Elina nicht zu bekommen. Der Verein hätte Elina als Angsthund lieber zu einem souveränen Ersthund vermittelt und außerdem stünden noch so viele tolle und einfachere Hunde zur Vermittlung. Ob wir uns diesen Schritt nicht noch einmal überlegen möchten?

Wollten wir aber nicht. Die Entscheidung stand fest. So bekamen wir letztendlich das OK.

Wir wurden wirklich gut aufgeklärt, sowohl von Okka, als auch von Marion, die damals Vorkontrolle bei uns durchführte.

Wir organisierten einen mobilen Zwinger (sehr guter Tipp aus einem anderen Erfahrungsbericht), stellten diesen neben dem Wintergarten auf und holten Elina schließlich am 28.09.19 in Crailsheim ab. Mit der Transportkiste mussten wir sie ins Haus tragen.

Sie bezog ihr „Haus“. Misstrauisch und ängstlich beäugte sie am Anfang jede unserer Bewegungen. Die Türe war immer geöffnet, so konnte sie uns erstmal in aller Ruhe beobachten, ohne ständig gestört zu werden. Wir hatten ja schließlich alle Zeit der Welt.

Die ersten Nächte verbrachte ich dann auch bei ihr.

Nach all den Strapazen schlief sie sehr viel, was auch nicht weiter verwunderlich war.

Erst am 4. Tag nahm sie Futter aus der Hand, meine Freude darüber war riesengroß!

Lustigerweise war Elina abends und nachts viel zugänglicher als tagsüber. So spielte sich vieles am Abend bzw. in der Nacht ab.

In der 2. Woche konnte ich sie das erste Mal streicheln! Ich war außer mir vor Freude! Ein riesengroßer Schritt war geschafft!

Langsam taute Elina auf, wollte auch schon spielen, wurde richtig lustig. Aber nur innerhalb des Hauses! In den Garten wollte sie nicht, ich musste sie wiederholt rausheben, danach blieb sie erst einmal stocksteif liegen. Sie wollte einfach nicht laufen, alles machte ihr Angst! So stellte ich sie immer wieder auf, und irgendwann lief die Maus dann wirklich los. Von dem Tag an ging es stetig bergauf! Als der Garten erkundet war, traute ich mich dann auch außerhalb des Grundstückes mit ihr zu laufen. Es gab ja auch so viel zu entdecken! Wiesen Wälder, andere Hunde, deren Besitzer, Pferde, Katzen. Ich war so glücklich! Linchen wurde von Tag zu Tag selbstbewusster. Nach 8 Wochen gingen wir gemeinsam spazieren, als hätten wir nie etwas anderes gemacht.

Zum Glück hatten wir in all der Zeit viele Ansprechpartner, die uns in schwierigen Situationen weiterhelfen konnten. Laura von SfS hatte immer ein offenes Ohr. Unsere vielen Hundebekanntschaften, die uns entweder besucht oder begleitet haben.

3 Monate sind vergangen! Zugegeben, die ersten Wochen waren wirklich nicht einfach und trotzdem haben wir uns nicht beirren lassen und sind unseren Weg gegangen.

Den Jahreswechsel haben wir auch ohne Probleme überstanden. Wenn ich jetzt Elina über die Wiesen rennen sehe, könnte ich platzen vor lauter Freude und Stolz. Eine wunderschöne, verspielte und schlaue Hundedame! Unsere Elina.

Januar 2020

Martina L.


Baya aus Racari

Ankunft 28. September 2019

Vor drei Monaten kam BAYA in mein Leben 😁
Ich möchte Euch daher etwas über den Weg zu mir und die bisherige Entwicklung erzählen.
Schon längere Zeit hatte ich mich mit dem Thema Hund beschäftigt. Aber mein Job macht das eigentlich unmöglich bzw. wäre das Tier zu lange alleine.
Dann bin ich in Facebook auf einen süßen Hund in Bulgarien gestoßen, vermittelt von einer anderen Organisation. Also habe ich den kleinen Familienrat einberufen, um die Möglichkeiten und Einstellungen auszuloten. Meine Mutter war gleich dabei – ihr letzter Hund musste vor zwei Jahren 15-jährig eingeschläfert werden 😕 Mein Junior mit Freundin war auch dabei, also habe ich mich um den Hund beworben. Eine knappe Mail mit “Leider schon vermittelt, sorry. Mit freundlichen Grüßen” war alles, was ich nach einem Tag bekam. Also war das Thema Hund eigentlich erledigt, hat mir aber keine Ruhe mehr gelassen und ich habe im Netz gesucht.

Schnell kam ich zu Seelen für Seelchen und stieß auf Baya – dank einer Futterpatin hatte die Kleine wenigstens einen Namen. Anfragen hatte es noch keine gegeben auf den süßen Flohzirkus 🤔

Wieder bewarb ich mich per Mail, und wurde schon am gleichen Tag von einer sehr sympathischen Marit Kapusczinski kontaktiert. Das Telefonat klärte bereits die wichtigsten Fragen und den Bewerbungsbogen folgte noch ein weiteres Telefonat. Mir wurden weitere Bilder und Videos geliefert, kurzfristig eine Vorkontrolle organisiert und nach positivem Ergebnis war Baya “mein Hund”. Alle weiteren Schritte waren höchst professionell, sympathisch und vertrauenswürdig. Man konnte meinen, Marit macht das hauptberuflich 😉 Wir wissen ja, dass es anders ist.
Der Transport war top organisiert, die Besatzung sehr lieb und vorsichtig mit den Tieren. Meine Tierärztin hat der medizinischen Versorgung vor Ausreise ein “ausgezeichnet” attestiert 👍
Wie vereinbart wurde Baya von einem Transportbegleiter direkt in die Box gesetzt, ich bekam die Papiere und die 1,5-stündige Heimfahrt konnte beginnen.

Der Gestank des kleinen Tieres war atemberaubend 🤮 Zur Verstärkung hat sie beide Geschäfte in die Box gemacht… Den Weg in die Wohnung machte sie ebenfalls in der Box, die eigentlich für die ersten Tage ihr Zuhause sein sollte.
Die kleine Maus war zwar sehr ängstlich, aber auch genauso neugierig 🤪und kam nach nicht sehr langer Zeit aus der Box. Für die Eroberung des Wohnzimmers brauchte Baya dann aber zwei Tage, vorsichtig, Schritt für Schritt.
Den ersten Besuch draußen machten wir am nächsten Tag – doppelt gesichert raustragen, auf einem Stück Wiese absetzen, rumsitzen, bisschen schnüffeln, wieder reintragen. Für Laufen war Baya auch die folgenden Tage noch zu ängstlich.

Die Angst vor Orten und Straßen, manchen unklaren Situationen ist bis heute präsent. Wesentlich schwächer, aber noch da. Zu Menschen und Artgenossen ist sie sehr aufgeschlossen und freundlich, kaum ängstlich. Die intensivste Bindung hat Baya vom ersten Moment an zu mir, was auch so gewollt war – wir haben das auch gesteuert. Ich war immer da, habe ihr anfangs ausschließlich das Futter gegeben.

Seit ca. 2 Wochen darf die kleine Rumänin frei laufen 🥰 Sie entfernt sich nicht weit von ihren Menschen und folgt nahezu aufs Wort. Meine Mutter hat sie gestern 2x aus dem Spiel mit drei anderen Hunden abgerufen und sie ist sofort gekommen. Natürlich sind wir immer weit weg von größeren Straßen – und seit heute ist Freilauf gestrichen, denn es wird Feuerwerk verkauft. Also wieder Sicherheitsgeschirr 😕
Baya bleibt problemlos 2-3 Stunden alleine, macht wenig kaputt. Nur KABEL kann sie nicht lassen, scheinbar ist etwas Marder in ihr drin 🙈

Mit 7,8 kg und ca. 39 cm Schulterhöhe kam sie zu mir, inzwischen wurden daraus über 50 cm und knapp 14 kg, also ein richtiger Hund …

Sie ist lieb vom Wesen, wunderschön anzusehen und nach einem hartnäckigen Milchzahn und Giardienbefall auch gesund. Ein toller Hund 🥰🥰

Ich kann dem ganzen Team von Seelen für Seelchen nur herzlich danken für ihr Engagement und die tolle Betreuung 👍👍😁 Unbedingt empfehlenswert, was für Auslandstierschutz nicht selbstverständlich ist, soviel weiß ich inzwischen von anderen Hundebesitzern.
— dankbar hier: Gebersheim, Baden-Wurttemberg, Germany.

Dezember 2019

Peter L.


Fee aus Racari

Ankunft 1. Juni 2019

Luna – ehemals Fee aus dem Racari-Shelter

Ich kann heute nicht mehr sagen, wie ich Ende 2018 auf der Seite von Seelen für Seelchen gelandet bin. Aber ich kann mich noch genau an FEE erinnern. Ihr Bilder und ihre Geschichte haben mich berührt. Die arme Hündin, die sich immer mehr verschließt, sich nicht anfassen lässt, einfach nur Angst hat und sich am liebsten in Luft auflösen wollte. Allerdings war Ende 2018 noch nicht an einen neuen Hund zu denken. Schließlich hatte ich 3 Hunde, von denen sich meine beiden Rüden nicht vertragen hatten und im Haus getrennt werden mussten. Erst Anfang April, kurz nachdem wir „meinen” Rüden Drago über die Regenbogenbrücke gehen lassen mussten, schaute ich wieder öfters auf der Seelchen-Seite nach Fee. Wo ich noch Wochen vorher für ein „vermittelt” gebetet hatte, hoffte ich jetzt, dass sie noch kein Zuhause gefunden hatte. Auch wenn wir immer noch nicht bereit waren, zu unserer 13-jährigen Hündin und zu unserem 8-jährigen Rüden einen neuen Hund ins Haus zu holen. Wir alle fielen in ein tiefes Loch nach Dragos Tod. Mir ging es schlecht. Meiner alten Hündin Gina ging es schlecht und unserem Rüden Timo ging es auch nicht gut.

Am 7. Mai sah ich das FEE auf der Notfallseite stand. Sie musste da raus! Und ich wusste sofort, jetzt oder nie. Sie ging mir Monate lang nicht aus dem Kopf und jetzt war der Zeitpunkt, an dem ich ihr helfen wollte. Ich telefonierte mit meinem Mann. Er wusste sofort, dass ich da nicht mehr locker lassen würde, denn ich hatte ihm ja immer mal wieder die Bilder von Fee gezeigt und gesagt, dass irgendwann genau so eine arme Seele zu uns ziehe würde.

Dann ging alles ziemlich schnell. Ich füllte online den Interessentenbogen aus und bekam sofort eine „erstaunte“ Rückmeldung, ob ich mich wirklich für ihre scheue Fee interessierte? Ja genau für sie interessierte ich mich bzw. es war die Einzige, die ich haben wollte!

Der Verein und vor allem Marit waren in diesen 3 laaangen Wochen bis zum Trapo echt mega lieb. Wir schrieben viele Stunden via Facebook. Sie hatte mich wirklich über alles aufgeklärt, mit welchen Schwierigkeiten ich rechnen müsse. Dass es langwierig sein könnte, bis sich FEE öffnet und Nähe zulassen kann. Dass es sein könnte, dass FEE sich erst nach Tagen oder Wochen von mir streicheln bzw. anfassen lässt. Dass es sein könnte, dass sie mir wochenlang in die Bude pullert. Wir haben wirklich alles besprochen. Auch dass der Verein immer als Ansprechpartner für uns da ist. Dass es eine Trainerin gibt, die bei Problemen weiter hilft. Dass es jede Menge Pflegestellen und Adoptanen mit einer Unmenge an Erfahrung gibt, die immer nützlichen Tipps und Tricks im Umgang mit ängstlichen Hunden haben.

Um FEE den Start bei uns so leicht wie möglich zu machen, bauten wir kurzerhand einen großen Zwinger mitten ins Esszimmer. Wir wollten FEE nicht in einem Zimmer einsperren und somit isolieren. Sie sollte uns beobachten können und somit vertrauen fassen.

Am 1. Juni war es dann soweit. FEE zog bei uns ein. Wir holten sie am Trapo ab und brachten sie in der Transportbox nach Hause. Ich schlief die erste Nacht bei ihr. Ich hatte mir von Anfang an fest vorgenommen, ihr das Tempo zu überlassen. Die ersten Tränen liefen dann nachts, als ich ihr das 2. x mit der Hand Futter anbot und sie ihre sichere Box verlassen hatte. Ich war so überwältigt, dass dieser arme ängstliche Hund mir nach so wenigen Stunden so viel Vertrauen schenkte. Sie ließ sich von mir streicheln und erkundete ihr „Gehege” mit angrenzenden Schlafzimmer. Im Gehege fühlte sie sich sehr schnell sicher. An unsere beiden anderen Hunde und ans Haus gewöhnte sie sich von Tag für Tag mehr. Ich war für jeden Schritt, den sie in die richtige Richtung machte, mega dankbar. Sie gab das Tempo vor und sie hatte sich dazu entschieden, dass sie im Shelter genug wertvolle Lebenszeit verloren hatte und dass es jetzt Zeit ist, das Leben endlich zu genießen. Nach 1 Woche konnten wir in den Garten gehen, ohne dass sie Panik bekam. Nach einer weiteren Woche konnten wir die Felder und Wiesen durchforsten, ohne dass sie Angst hatte. Sie vertraute mir so schnell und ich musste nur drauf achten, dass ich ihr Vertrauen nicht verlor. Um unsere Bindung zu stärken, durfte sie ab der 2. Nacht bei mir im Bett schlafen. Wir schliefen jeden Abend Hand & Pfoten haltend ein. Mit jeden Stück Lebensmut und Vertrauen, dass sie fasste, ging es uns allen besser. Unser altes Mädchen Gina hatte auf einmal wieder Spaß an Spaziergängen. Unser Rüde Timo fing wieder an, leichtes Spielverhalten zu zeigen. Und in meinem Leben schien wieder die Sonne.

FEE heisst heute Luna lebt nun seit 3 Monaten bei uns. Allerdings haben wir in diesen 3 Monaten so viel erlebt und erreicht, dass es sich viel länger anfühlt. Sie ist eine absolute Traumhündin geworden! Sie genießt unsere langen Spaziergänge genauso wie ich. Sie liebt es, mit uns im Wohnzimmer zu liegen und einfach mal nichts zu tun. Unser Highlight des Tages sind unsere abendlichen dollen 5 Minuten im Garten. Da tobt sie mit uns und unserem Nesthäckchen (Feebee, 6 Monate) ebenfalls von SFS vor 5 Wochen adoptiert.

Ich kann wirklich nur jedem Raten, auf sein Bauchgefühl zuhören und auch den vermeintlich ängstlichen und scheuen Hunden eine Chance zu geben. Manche Hunde sind vom Leben im Shelter einfach so überfordert, dass sie sich nicht so zeigen.

August 2019

Barbara T.


Krümel aus Racari

Ankunft Ende April 2019

Krümel im Racari-Shelter in Rumänien

Sookie (Krümel) kam Ende April mit dem Trapo direkt zu mir nach Hause. Die Entscheidung fiel mir nicht leicht. Lange dachte ich darüber nach, ob ich einem jungen Hund gerecht werden könnte. Doch nachdem meine erste Hündin eingeschläfert werden musste, war klar, dass es ohne Hund nicht geht. Als Lehrerin wollte ich eigentlich bis zu den Sommerferien warten, doch ich verliebte mich spontan in einen Hund, den ich zufällig bei Facebook sah. Das Schicksal sollte entscheiden und nach einer ersten Anfrage ging alles sehr schnell.

Eigentlich sollte es gar nicht Sookie sein, doch nach der positiven Vorkontrolle stieg meine Vorfreude und dass der zunächst auserwählte Hund es nicht sein konnte, sollte dem Unterfangen nicht im Weg stehen. Ich wollte wieder einen Hund haben und es sollte einer aus dem Tierschutz sein. Am liebsten schwarz und noch sehr jung, da der Schmerz über den Verlust der alten Hündin noch recht groß war.

Nach einigem Hin und Her wollte ich die Maus sogar in Bukarest abholen, doch auch dieses Vorhaben scheiterte zunächst. So hieß es also warten.

Am 27.04.2019 kam Sookie dann endlich an. Viel ängstlicher als ich es von einem so jungen Hund, der früh aufgelesen wurde, dachte, aber bildhübsch. Die Erfahrungen, die ich mit meinem ersten Hund (Angsthund auch aus Rumänien) machte, halfen mir jedoch, eine gute Mischung aus Zuspruch und Ignorieren des Hundes zu finden, sodass die Neugier der Kleinen schnell geweckt wurde.
Nach wenigen Tagen fing sie an, mir zu vertrauen und meine Nähe zu suchen. Vor der Hand mit den Leckerlis wich sie noch lange zurück, weshalb zunächst Dinge trainiert wurden, die ohnehin mit Distanz zu tun hatten.

Das kurzweilige Alleinebleiben klappte deshalb sehr schnell. Sookie nutzt diese Zeit nun, um zu schlafen und zu entspannen. Futterspuren in der Wohnung führten stets zu mir. Hier gab es Hundeleberwurst und das überzeugte auch die skeptische kleine Hündin davon, dass es hier nicht schlecht zu sein scheint.
Nach wenigen Tagen schien Sookie sich mit dem neuen Leben zu arrangieren. Die neue Umgebung, die Gesellschaft von Menschen und das Getrennt-sein von den Geschwistern schüchternen sie nicht mehr ein und in der Wohnung entwickelte sie sich schnell zum Schmusemonster und Clown. Das Spazieren jagte ihr jedoch noch große Angst ein. Also verabredeten wir uns täglich mit anderen Hunden, an denen Sookie sich gerne orientierte und so wurde auch der Spaziergang schnell zum Highlight des Tages.

Sookie ist nun nicht einmal vier Wochen in Deutschland und hat bereits riesige Fortschritte gemacht. Kaum zu glauben, dass sie sich in den ersten Tagen kaum aus der Box traute. Sie schmust für ihr Leben gern, lässt sich bereitwillig Geschirr und Leine anlegen und folgt mir fröhlich nach draußen. Bekannte begrüßt sie mit unbändiger Lebensfreude und wenn sie draußen mit anderen Hunden spielt, geht mir das Herz auf. Auf der Freilauffläche oder an der Schleppleine fegt sie durch das hohe Gras und reagiert bereits recht zuverlässig auf meinen Rückruf. Lediglich unberechenbare Dinge, wie Tretroller, Fahrräder und Rollstühle sowie Fremde, die auf uns zugehen, machen der Maus noch Angst. Sie bleibt dann stehen oder weicht in einem Bogen aus. Ein kurzes, tägliches Training in der Fußgängerzone soll diese Ängste beseitigen, doch hier muss man dem Tier noch etwas Zeit einräumen.

Bei der bisherigen Entwicklung freue ich mich jedoch einfach nur auf das, was noch kommt. Ich bin sicher, dass Sookie sich zu dem fröhlichen, sportlichen, lustigen Begleiter entwickelt, den ich mir gewünscht habe. Verliebt bin ich jedenfalls schon. Alles andere geht bestimmt schneller als zunächst gedacht.

Susann Close


Marie ca. 3 Jahre aus Barlad

Ankunft 09.04.2016

Ihr Lieben,

hier Maries Adoptions-Geschichte:

Marie im Shelter in Rumänien
Marie im Shelter in Rumänien
Marie in ihrer Familie in Deutschland

Lange Zeit wollten wir, das sind eine alleinerziehende Mami von 2 Teenagern, einen Hund, was aber durch die Lebensumstände bis Dato nicht möglich war.

Das änderte sich dann durch einen merkwürdigen Zufall ..nun ja… die Idee der Fellnase nahm Gestalt an und wir ( echte Hundeanfänger) fingen an, uns zu informieren und viel zu recherchieren. Wir dachten daran einen Hund aus einem deutschen Tierheim zu adoptieren,   schließlich sind diese ja auch voll genug mit tollen Tieren – dies gestaltete sich allerdings schwerer als gedacht. (Ein Kind in eine Problemfamilie zu adoptieren, ist wahrscheinlicher als einen Hund und der richtige Hund war auch nirgends dabei.)
So fingen wir an, im Internet zu suchen und stießen sehr bald auf „Seelen für Seelchen“ und somit auf Marie.

Irgendwie war es Liebe auf den Ersten Blick. Nach den ersten Kontakten zu SfS fingen die Sorgen an. Dürfen wir Marie zu uns holen? Ist dieser Hund, in den wir uns doch so verliebt hatten auch für Menschen ohne große Hundeerfahrung geeignet? Schaffen wir das?
Wir fingen an alles für einen Hund anzuschaffen … Körbchen, Näpfe etc. Die Aufregung stieg von Tag zu Tag und alles drehte sich um Marie.

Wie das Schicksal es wollte stand einer Adoption von Marie eigentlich nichts mehr im Wege und schnell war alles nötige auch erledigt.

Dann kam die Nachricht: Marie wurde positiv auf Borreliose getestet – was tun? Als hundeunerfahrene Familie einen Hund nehmen bei dem man nicht weiß- ist sie krank, bricht die Krankheit aus, welche Symptome gibt es, was wird aus Marie, sollten wir uns im Nachhinein gegen sie entscheiden?

Wir haben lange mit Svenja (1. Vorsitzende bei SfS) telefoniert, die uns kompetent und liebevoll beraten und beruhigt hat und uns jederzeit die Möglichkeit gegeben hat, von einer Adoption zurück zu treten. Eine schlaflose Nacht und viele Telefonate später war uns klar – Marie kommt trotzdem zu uns.

Dann sollte der Tag kommen, an dem Marie in ihr neues Leben starten durfte und wir bekamen ein nach Shelter stinkendes, gestresstes und sehr müdes wunderhübsches Mädchen in das unsere.

Die ersten Tage lag sie lethargisch in ihrem Korb und beobachtete ihre neue Welt und die Menschen um sie herum eher desinteressiert. An Tag 2 war ihr Gestank nicht mehr zu ertragen und wir badeten ihre Vergangenheit und vermutlich den Spot-On aus dem Fell. Danach veränderte Marie sich jedoch von Tag zu Tag.

Anfangs war sie nicht in der Lage den sicheren Teppich zu verlassen, da sie auf dem für sie ungewohnten Parkettboden weg rutschte und Panik bekam. So brachten wir das Fressen zu ihr. Mittlerweile hat sie keine großen Probleme mehr und sie ist so mutig, dass sie sogar die obere Etage entdeckt und erkundet hat. Sie hat auch nun keine angst mehr Treppen zu begehen und kommt uns durch den Keller in den Garten im Eilschritt nach und wieder zurück

Marie ist nach wie vor eine sehr ängstliche bzw vorsichtige Hündin, die aber die Welt in ihrem Tempo erkunden will. Sie wird immer mutiger und fordert ihre Aufmerksamkeit. Sie will beschützt werden, beschützt aber auch selbst gerne. Das Gassi gehen ist sehr schwierig da Marie eben ängstlich ist aber ich bin mir sicher, auch das bekommen wir in den Griff.

In Bereichen, die sie schon erobert hat, wie Garten und Haus ist sie sicher, selbstbewusst und forsch.

Sie liebt es sich zu verstecken und hat einen Heidenspaß daran um das Garten-Gerätehäuschen zu laufen und uns von der anderen Seite zu „erschrecken“. Gibt man zu erkennen, dass man sie gesehen hat, rennt sie wie gestochen in die entgegengesetzte Richtung. Auch Maulwürfe haben in Zukunft schlechte Karten- Marie ist auch eine kleine Schnüffelnase. Sie bereitet uns jeden Tag so große Freude.

Noch arbeiten wir daran ,Maries Vertrauen zu gewinnen, was uns nicht immer gelingt (Tag 5 nach ihrer Ankunft) .

Sicher machen wir aufgrund der fehlenden Profi- Erfahrung noch einige Fehler. Hilfe kann man sich jederzeit bei SfS holen und es gibt immer liebe und gute Ratschläge. Man hat nie das Gefühl, alleine mit seinen Sorgen und Problemen zu sein.

Aber Marie ist so ein toller Hund, dass sie zu merken scheint, dass wir es nicht so meinen und uns immer eine „weitere Chance“ gibt Fehler wieder gut zu machen. Anders herum gilt dies selbstverständlich ebenfalls . Die Kommunikation zwischen uns funktioniert aber immer besser. Marie meldet sich , wenn sie raus muss.

Nachdem wir den halben Winter mit viel Geduld und zureden aus ihr heraus gekämmt haben ist ihr langes Fell seidiger. Der Blick der Nachbarn, wenn plötzlich Wolle statt Pollen durch den Garten fliegt … unbezahlbar.

Es war auf jeden Fall die richtige Entscheidung einen Hund aus dem Tierschutz zu uns zu nehmen. Ja…. dies bedeutet wesentlich mehr arbeit, da diese Tiere i.d.R. weder Leine noch Wohnung kennen. All dies ist für einen Anfänger wie wir es sind mit Sicherheit eine noch größere Herausforderung als für einen Hunde-Erfahrenen – diese ist aber- wenn man weiß auf was man sich einlässt- machbar!!!!!
Aber jeder noch so kleine Schritt wie die Aufforderung den Bauch zu krabbeln oder das erste Schwanzwedeln, wenn man nach Hause kommt ist so ein tolles Erlebnis. Der Blick von Marie wenn man ihr hilft, für sie schwere Situationen zu meistern, ist mehr Wert als alles andere. Jeden Tag nähern wir uns einander an auch wenn es manchmal Rückschläge gibt.

Schon nach einer Woche ist uns dieses sture und liebenswerte rumänische Mädchen so ans Herz gewachsen, dass es unvorstellbar ist jemals ohne sie zu sein.

Hoffentlich findet auch ihr „Euren“ Hund

Eure Familie Dülberg mit Marie (jetzt eingebürgerte Steuerzahlerin)

"Gemeinsam für die Hunde in Rumänien!"

Nach oben