Hugo
ca. 45cm – der Vergessene

Wird sich für mich denn niemand finden?

Ich weiß nicht mehr aus noch ein. So lange sitze ich nun schon hier im Shelter, sehe Hunde kommen und gehen, allen voran natürlich die Welpen. Ja, auf die stürzt man sich regelrecht. Doch was ist mit uns? Mit den Erwachsenen und den Alten? Was ist mit denen, die keinen extra Niedlichkeitsbonus mehr haben? Werden wir denn einfach übersehen? Leiden wir denn nicht mindestens genauso sehr wie all die jungen Hüpfer, die immer wieder nachrücken?
Ich weiß nicht, was ich falsch gemacht habe. Bin ich einfach nicht hübsch genug? Ich suche nach Antworten, schon seit vielen Monaten, doch ich bekomme einfach keine. Ich habe ein so liebes und nettes Wesen, bin immer freundlich, wenn die Menschen meinen Zwinger betreten. Anstatt euch aufzugeben, mache ich mir immer wieder Hoffnung, eines Tages auch zu den Glücklichen zu gehören, die aus dem Zwinger rausgenommen werden. Doch bisher blieben meine Wünsche immer unerhört. Niemand hat sich mir angenommen, niemand streichelt mich so lange, wie es mir lieb wäre und niemand gibt mir die Geborgenheit, die ich mir in einem echten Zuhause wünsche. Sogar mit Hunden bin ich gut verträglich. Und trotzdem hat noch niemand sein Herz an mich verloren?
Ich verliere langsam auch etwas. Meinen Mut. Tagein tagaus dasselbe nichts scheint sich daran ändern zu lassen. Zurück bleibe ich sowieso jedes Mal.
Wofür sich denn dann noch freuen? Wofür die Pfleger noch fröhlich begrüßen, wenn die Trauer über ihr Gehen am Ende doch wieder überwiegt? Wofür noch aufstehen und ihnen entgegen gehen, wenn sie mich letztendlich doch nur wieder hier lassen? Ein Shelter ist für niemanden von uns gut. Nicht für die Kleinen und auch nicht für uns. Wartet man so lange wie, passiert es irgendwann meist zwangsläufig, dass wir abstumpfen. Wir ertragen unsere Situation, verlieren aber mehr und mehr die Lust am Leben. Was für ein Leben soll das hier denn auch sein? Alles, was das Hundewesen ausmacht, können wir hier nicht tun. Wir können nicht umherstreifen und schauen, was sonst so in unserer Gegend passiert ist. Können keine ausgedehnten Touren unternehmen und unsere Nase in jeden Grasbüschel stecken, der verlockend riecht. Manch einer entwickelt stereotype Verhaltensweisen, manch anderer gibt sich einfach auf. Sitzt seine Zeit ab auf dieser Erde. Doch mit einem Warten auf mein Sterben möchte ich mich einfach nicht zufrieden geben! Es fällt schwer, die Hoffnung nicht völlig aufzugeben, doch ich möchte weiter daran glauben, dass auch für mich eines Tages die große Stunde kommt, ich in den Transporter steige und sich irgendwann die Türen öffnen und dort meine Menschen stehen. Meine Menschen, die es kaum erwarten können, MICH zu sehen. Ich bin kein junger Hüpfer mehr, 7-8 Jahre schon und ca 45cm groß. Ich brauche also gar nicht viel Platz, bloß ein großes Herz, voller Liebe, Verständnis und Geduld. Die Umstellung wird vielleicht gar nicht so leicht für mich, aber wenn ich mich nicht aufgebe, solltet ihr das auch nicht tun! Ich gebe mir Mühe und halte mich fest an diesem einen Funken. Dieser eine Funken Hoffnung soll mir in meinen dunkelsten Stunden wenigstens ein kleines Licht schenken und mir die Kraft geben, weiterzumachen und mich nicht völlig hängen zu lassen. Es liegt allein an euch, ob aus diesem Funken irgendwann wieder ein loderndes Feuer zu erwecken ist, oder ob er dazu verdammt ist, mit der Zeit zu verglimmen.


Interesse geweckt?

Wenn Sie Interesse an Hugo haben, schreiben Sie uns doch bitte eine E-Mail an info@seelen-fuer-seelchen.de oder eine Nachricht über Facebook.
Hugo ist ausreisefertig und kann mit dem nächsten Transport nach Deutschland reisen. Unsere Hunde reisen legal mit Traces. Als Traces bezeichnet man das Datenbanksystem, mit dem der gesamte Tierverkehr innerhalb der EU überwacht wird. Die Hunde reisen geimpft, gechipt, kastriert und entwurmt aus und besitzen einen EU-Pass. Des Weiteren wird vor der Ausreise ein Schnelltest auf Mittelmeerkrankheiten durchgeführt: Borreliose, Anaplasmose, Ehrlichiose und Dirofilariose.

Hugos voller Futternapf und seine medizinische Versorgung wird durch seine Patin Marit K. gewährleistet.


Vielen Dank im Namen der Hunde!