Li-Lo
40 cm – die Anspruchsvolle
[27432 Bremervörde]

Hallo ihr lieben Menschen, mein Name ist Li-Lo und leider bin ich nach meiner langen Fahrt aus Rumänien nach Deutschland noch immer auf der Durchreise. Wir waren ein Wurf sehr unsicherer, ängstlicher Welpen und leider hat sich auch in Deutschland herausgestellt, dass ich eine etwas größere, wenn auch hübsche Herausforderung bin, die wirklich erfahrene Hände sucht, um sich zu einer tollen Hündin entwickeln zu können.

Ich habe inzwischen gelernt schon nach sehr kurzer Zeit Vertrauen zu neuen Bezugspersonen aufzubauen und bin bei diesen auch ein wirklich liebevolles, verspieltes und gehorsames kleines Mädchen. Ich lasse mich gut von meinen Menschen führen, solange diese mich mit Bestimmtheit und Gelassenheit durch alle Situationen lotsen und die Entscheidungen für mich treffen. Und am allerliebsten verteile ich ganz viele Küsschen und lasse mir das Bäuchlein kraulen – dabei kann man ja sooo gut entspannen! Dennoch haben meine bisherigen 2 Familien es leider aus Unerfahrenheit und aufgrund unpassender Gegebenheiten nicht geschafft, mir genügend Sicherheit zu vermitteln, um mit neuen Situationen umgehen zu können. Und leider sind es schon noch ein paar Dinge, die mich tatsächlich überfordern und dann bei falscher Herangehensweise auch zuschnappen lassen. So sind mir zunächst einmal alle fremden Menschen sehr suspekt. Wenn sie dann auch noch männlich sind, ist das für mich ein großes Problem. Auch kleine Kinder unter 14 Jahren sollten sich definitiv nicht in meinem neuen Zuhause aufhalten, denn in meiner letzten Familie schirmte ich meine Bezugsperson unter vollem Körpereinsatz regelrecht vor ihrer Familie ab. Doch bitte nicht falsch verstehen, ich bin weiß Gott nicht per se aggressiv oder gar dominant. Vielmehr habe ich nur eine sehr unsichere Bindung aufbauen können und aus Angst und Unsicherheit, kann ich mich innerhalb meiner neuen Beziehungen noch nicht entspannt zurücklehnen. Dementsprechend sollte in meinem neuen Zuhause unbedingt ein Maulkorbtraining mit mir begonnen werden, damit es zunächst einmal die Sicherheit gibt, dass ich niemanden verletzen kann, wenn die eigentliche Arbeit mit mir beginnt. Und die ist bitter nötig, denn nicht nur für euch Menschen ist diese Situation belastend, auch für mich ist es kaum auszuhalten, nahezu ununterbrochen unter einer derartigen Anspannung zu stehen. Wie ihr euch vielleicht schon denken könnt, kann ich den Umständen entsprechend auch bisher gar nicht alleine bleiben, denn Trennungen von meiner Bezugsperson sind für mich unerträglich.

Ihr seht, ich brauche also wirklich Menschen, die sich von meinem Verhalten nicht einschüchtern lassen, die mir verständnisvoll begegnen und zwar geduldig und liebevoll, aber auch sehr konsequent mit mir arbeiten. Ich brauche niemanden, der mir auf die harte Tour zeigt, „wo es lang geht“, sondern jemanden der mir mit Einfühlungsvermögen zeigt, dass ein entspanntes Miteinander, eine sichere Bindung der Schlüssel zum Ziel ist. Möglicherweise muss hierbei auch die Hilfe eines kompetenten Trainers gesucht werden, denn bloßes „ich versuch es mal“ ist hier nicht anzuraten. Zu groß ist die Gefahr, dass ich erneut abgegeben werden muss und sich meine Probleme mehr und mehr verschlimmern.

Doch so negativ das alles auch klingt – es gibt auch viele Lichtblicke. Vor Kurzem war ich beispielsweise für einen Tag in einer ganz neuen Umgebung untergebracht. Ich kannte niemanden und habe mich trotzdem von meiner besten Seite gezeigt. So haben mich die 3 Katzen nicht im geringsten interessiert und meinen Artgenossen gegenüber habe ich mich äußerst sozial gezeigt und stets ihre Grenzen akzeptiert. Tierische Freunde im neuen Heim sollten also überhaupt kein Problem sein. Im Gegenteil – ein souveräner Artgenosse wäre sicher sogar eine große Hilfe für mich. Und mein Pflegefrauchen auf Zeit? Tja, das hab ich sofort ganz fest ins Herz geschlossen. Ich habe ihr Küsschen gegeben, freudig mit ihr gespielt und mich ganz viel kraulen lassen. Nur als ein weiterer Mann in die Wohnung kam, da zeigte sich kurz wieder meine große Unsicherheit. Aber als ich ins Körbchen geschickt wurde, habe ich das dankend angenommen und konnte da dann auch entspannen. Selbst als wir draußen unterwegs waren habe ich zwar den entgegenkommenden Männern ständig hinterhergestarrt, aber die nette Frau ging einfach weiter und bin voller Vertrauen kommentarlos gefolgt. Eine sichere Führung ist also super wichtig für mich. All das gibt mir große Hoffnung, dass erfahrene Menschen mich gut händeln können und ich noch immer die Chance habe, ein tolles Zuhause fürs Leben zu finden.

Klar ist, ich brauche also jemanden, der weiß, dass das alles nicht von heute auf morgen zu lösen ist. Unser Weg wird steinig und bestimmt auch mal durch Rückschläge besonders holprig. Doch wie schön und wie stolz können wir beide auf uns sein, wenn wir uns der Zielgeraden nähern und auf die Entwicklung zurückblicken, die wir gemeinsam genommen haben? Ich habe große Angst davor, zu einem Wanderpokal zu werden, an dem sich die falschen Menschen die Zähne ausbeißen, also bitte ich euch um folgendes: So sehr ich mir diese neue Chance auch wünsche, so sehr ich sie auch BRAUCHE um das Leben eines glücklichen jungen Hundes leben zu können, macht euch bitte ausreichend Gedanken darüber, ob ihr dieser Aufgabe gewachsen seid.

Li-Lo ist ca. 9 Monate alt, derzeit 40 cm groß und wiegt 16 kg. Ausgewachsen wird sie vermutlich einmal zu den mittelgroßen Hunden gehören. Li-Lo wird entwurmt, entfloht, gechippt und geimpft mit europäischem Pass gegen eine Schutzgebühr von 300 € mit Schutzvertrag über den Verein “Seelen für Seelchen e.V.” vermittelt.


Diese wunderschönen Aufnahmen von Li-Lo wurden uns freundlicherweise von Lorena Großer zur Verfügung gestellt. Wir bedanken uns ganz herzlich für deinen ehrenamtlichen Einsatz!


Private Bilder von Li-Lo:


Bilder aus vergangenen Zeiten in Rumänien: