🔉Shelter-News: Reisebericht Corbii-Mari – Teil 1 🐾
✈️ Tag 1
Aus verschiedenen Richtungen machten wir uns auf den Weg nach Bukarest, wo unser Team endlich wieder zusammenkam. Nach der Landung holten wir schnell den Mietwagen und machten uns – nach einem kurzen Stopp im Hotel – direkt auf den Weg ins Shelter nach Corbii-Mari. ❤️
Dort wurden wir wie immer unglaublich herzlich von unserem rumänischen Team empfangen. Die Wiedersehensfreude war riesig und natürlich gab es sofort unendlich viel zu erzählen.
Gemeinsam mit unserem Shelterleiter und Tierarzt Paul machten wir einen ersten Rundgang durchs Shelter. Dieser Besuch war für uns besonders wichtig, denn das Shelter in Corbii-Mari musste innerhalb kürzester Zeit komplett neu aufgebaut werden, nachdem wir unsere Hunde aus dem alten Shelter in Răcari holen mussten.
Paul zeigte uns die vielen Fortschritte der letzten Wochen: neue Wege vor den Zwingern, weitere isolierte Hundehütten und viele abgeschlossene Arbeiten. Natürlich sprachen wir auch über bestehende Probleme, schauten uns die Hundegruppen an und verschafften uns erstmal einen Überblick.
Besonders berührt hat uns die Entwicklung vieler Hunde. ❤️
Einige, die früher sehr ängstlich waren, kamen plötzlich neugierig nach vorne, nahmen Leckerchen und suchten vorsichtig Kontakt. Genau solche Momente zeigen uns immer wieder, wie wichtig Ruhe, Sicherheit und liebevolle Betreuung sind.
Den Rest des Tages verbrachten wir einfach bei den Hunden – streicheln, beobachten, Leckerchen verteilen und Zeit schenken. Für uns jedes Mal der schönste Teil der Reise. 🐶
🌧️ Tag 2
Das Wetter meinte es leider gar nicht gut mit uns: eisige Kälte und Dauerregen.
Den Vormittag nutzten wir deshalb zum Einkaufen. Natürlich landeten wieder viele Leckerchen, Hundewurst und kleine Verwöhnsachen im Wagen. Auch für unseren Mitarbeiter Viorel brachten wir einige Dinge mit.
Viorel lebt direkt im Shelter und kümmert sich jeden Tag liebevoll um unsere Hunde. Seine ruhige und herzliche Art im Umgang mit den Hunden bedeutet uns unglaublich viel. ❤️
Trotz Regenkleidung kroch die Kälte irgendwann überall hinein. Aber natürlich verbrachten wir trotzdem jede freie Minute bei den Hunden – saßen mit ihnen in den Zwingern, bürsteten sie und beobachteten ihr Verhalten ganz genau.
Denn unser Ziel ist nicht nur, die Hunde sicher unterzubringen. Wir möchten für jeden einzelnen Hund die passende Familie finden, damit sie das Shelter irgendwann verlassen und endlich ankommen dürfen. 🏡
Als wir abends eigentlich schon fahren wollten, schauten wir noch einmal nach drei kleinen Welpen, die in einer Box untergebracht waren. Trotz Decken und Plane drang die Kälte bis zu ihnen durch.
Wir konnten sie dort nicht lassen.
Also wickelten wir die drei Mäuse in Decken ein und brachten sie zu Paul in die Klinik, wo sie die Nacht warm und sicher verbringen konnten. ❤️
Dort zeigte uns Paul auch eine neue Notfallhündin – eine Whippet-Hündin, die er am Straßenrand gefunden hatte.
Leider werden auch in Rumänien Jagdhunde oft einfach entsorgt, sobald sie nicht mehr gebraucht werden.
Die junge Hündin hatte eine alte Verletzung an der Pfote und war völlig abgemagert. Vermutlich wurde sie deshalb einfach zurückgelassen. Und trotzdem war sie freundlich, fröhlich und suchte sofort die Nähe zu Menschen. 🥺
Jetzt darf sie sich erstmal in der Klinik erholen und aufgepäppelt werden.
🛠️ Tag 3
Der 1. Mai wird auch in Rumänien groß gefeiert und plötzlich standen wir mit dem Auto mitten auf einem Markt – für uns ungewohnt, dort aber völlig normal. 😄
Spontan entdeckten wir Arbeitskleidung und kauften direkt noch eine Arbeitsjacke und Hose für Viorel.
Doch der Tag nahm schnell eine ganz andere Wendung.
Auf einer stark befahrenen Straße lief plötzlich ein kleiner Welpe direkt vor unser Auto.
Natürlich hielten wir sofort an.
Kurz darauf kamen auch seine Mama und ein Geschwisterchen dazu. Die kleine Familie war freundlich und zutraulich – besonders die Hundemama suchte sofort unsere Nähe.
Uns war sofort klar:
Wir konnten sie dort unmöglich zurücklassen.
Also nahmen wir die kleine Familie mit ins Shelter. ❤️
Das Problem: Es gab keinen freien Zwinger mehr.
Die Lösung?
Wir bauen einfach einen neuen.
Michael und Nicki fuhren gemeinsam mit Viorel Material besorgen und zusammen mit den rumänischen Arbeitern packten wir alle mit an. Schleppen, bauen, Gitter halten – jeder half mit.
Und am Ende des Tages war es geschafft:
Die Hundemama durfte gemeinsam mit ihren Welpen in ihr neues, sicheres Zuhause auf Zeit einziehen. 🐾
Völlig erschöpft, aber glücklich, fuhren wir abends zurück ins Hotel – und mussten uns leider schon von einem Teil unseres Teams verabschieden.
Fortsetzung folgt …
🔉Shelter-News: Reisebericht Corbii-Mari – Teil 2 🐾
Die letzten Tage unserer Shelterreise 🐾
Tag 4 🪣⚒️📷
Am Morgen wurden die letzten Arbeiten am neuen Zwinger fertiggestellt. Es mussten noch einige Schweißarbeiten erledigt werden und gleichzeitig warteten bereits die nächsten Aufgaben.
Einige Hunde durften ihren Zwinger verlassen, um in einem Geschirr außerhalb der Gitter, schön in Szene gesetzt zu werden. Manche Hunde genossen diese Aufmerksamkeit sehr.
Da Viorel weiterhin mit dem Zwingerbau beschäftigt war, übernahmen wir in dieser Zeit seine täglichen Arbeiten: Zwinger reinigen, Wasser auffüllen und die Hunde versorgen.
Auch das gehört zum Shelteralltag dazu – und natürlich helfen wir dort mit, wo wir gebraucht werden. 💪
Zusätzlich begannen wir damit, die neuen Gitter zu streichen.
Trotzdem nahmen wir uns weiterhin bewusst Zeit für die Hunde. Jeder Zwinger wurde besucht, wir saßen oft mindestens 30 Minuten ruhig bei den Hunden, damit sie entspannen konnten. Dabei entstanden wieder viele Fotos und Videos.
An diesem Tag hieß es leider auch Abschied nehmen.
Ein weiterer Teil unserer Gruppe musste bereits zurückreisen.
Tag 5 🚘🐕🐕🐕🐕
An diesem Tag hatten wir eine Verabredung mit einer Tierschützerin aus Bukarest.
Vor einigen Monaten hatte sie uns um Hilfe gebeten. Sie hatte eine kleine Hundefamilie von der Straße gerettet. Die Hundemama war bereits nach Deutschland ausgereist und nun brauchten dringend auch ihre vier Welpen eine Perspektive.
Durch Probleme mit Nachbarn mussten die Kleinen schnell weg.
Als wir die Welpen abholten, fiel der Tierschützerin der Abschied sichtlich schwer. Sie weinte, während sie uns die Kleinen übergab – wusste aber gleichzeitig, dass dies ihre beste Chance auf ein Zuhause war. 🥺
Im Shelter angekommen, zogen die vier erstmal in ein kleines Provisorium ein, während bereits der nächste Bereich vorbereitet wurde. Es war wunderschön zu beobachten, wie unterschiedlich die kleinen Persönlichkeiten trotz ihrer Ähnlichkeit waren. Jeder einzelne Welpe hatte seinen ganz eigenen Charakter.
Natürlich machten wir sofort Fotos und Videos und starteten direkt einen Aufruf für die Kleinen. 🎥
Denn unser größter Wunsch ist immer, dass Welpen gar nicht erst lange im Shelter aufwachsen müssen.
An diesem Tag wurde jede freie Hand dazu genutzt, die Gitter der Zwinger zu lackieren. Das war eine sehr anstrengende Arbeit aber man konnte am Ende des Tages sehen, wie toll das Ergebnis war.
Tag 6 🏗️⚒️🎥✈️
Unser letzter voller Tag im Shelter begann bereits mit einem kleinen Zwischenstopp im Baumarkt.
Nachdem wir in den vergangenen Tagen die tägliche Arbeit von Viorel übernommen hatten, wurde uns noch einmal ganz bewusst, wie körperlich anstrengend seine Arbeit jeden einzelnen Tag ist. Zwinger reinigen, Wasser schleppen, Futter verteilen, Hütten tragen, sauber machen – und das bei jedem Wetter.
Uns war deshalb wichtig, ihm wenigstens gutes Arbeitsmaterial zur Verfügung zu stellen. Also kauften wir neue Schaufeln, Besen und weitere Dinge, die ihm seine tägliche Arbeit hoffentlich etwas erleichtern können. 🛒
Kurz bevor wir das Shelter erreichten, sahen wir bereits aus der Ferne einen riesigen Kran.
Unsere letzten beiden neuen Container wurden angeliefert! 🥳
Die Aufregung war natürlich sofort riesig und wir freuten uns unglaublich, diesen nächsten wichtigen Schritt endlich live miterleben zu dürfen.
Mit viel Präzision wurden die Container an ihre vorgesehenen Plätze gesetzt. Einer der Container soll künftig als Aufenthalts- und Lagerraum dienen. Dort sollen unsere Mitarbeiter insbesondere im Winter die Pausen zum Aufwärmen verbringen können, ein Waschraum steht zur Verfügung und in einem separaten Bereich wird Futter gelagert werden.
Der zweite Container wird ein dringend benötigtes Büro und Behandlungsbereich. Besonders für die Ausreisechecks ist das enorm wichtig, damit die Hunde stressfrei und in Ruhe untersucht werden können. Im Büro sollen später alle wichtigen Unterlagen unserer Hunde ordentlich gelagert werden – Impfunterlagen, Ausreisepapiere, Dokumentationen und alles, was im Alltag eines Shelters dazugehört.
Die Innenausstattung fehlt aktuell zwar noch vollständig, dennoch waren wir einfach nur glücklich, die Container endlich an ihrem Platz stehen zu sehen. Schritt für Schritt entsteht hier etwas wirklich Großes. 💪
Fast zeitgleich traf auch das Team ein, das in den vergangenen Monaten unsere isolierten Hundehütten gebaut hatte. Einige der Hütten hatten leider Mängel gezeigt und mussten nun repariert oder ausgetauscht werden.
Für die Hunde bedeutete das natürlich jede Menge Aufregung.
Es wurde geflext, gebohrt, gehämmert und schwere Hütten wurden durch die Zwinger getragen. Alte, kaputte Holzhütten sowie beschädigte Isolierhütten mussten herausgetragen werden, während gleichzeitig neue Hütten hineingeschafft wurden.
Und jeder, der schon einmal versucht hat, solche Hütten zu tragen, weiß: Das ist echte Schwerstarbeit.
Trotz des ganzen Lärms haben die meisten Hunde das wirklich erstaunlich gut gemeistert. Viele beobachteten neugierig das Geschehen, andere zogen sich kurz zurück, kamen aber schnell wieder zur Ruhe.
Während Viorel und das Team mit dem Austausch der Hütten beschäftigt waren, übernahmen wir erneut die tägliche Versorgung und Reinigung der Kennels. Ganz zum Schluss wurden die neuen Schilder für die Zwinger aufgehangen. Dort ist jeder Hund mit Bild und Steckbrief aufgeführt, was den Pflegern und uns die Kommunikation erleichtert. Diese tollen Schilder hat Heike in mühevoller Kleinarbeit erstellt. 🙏
Zwischendurch nahmen wir uns immer wieder Zeit für eine letzte große Abschiedsrunde bei all unseren Hunden.
Noch einmal jedes Gesicht sehen.
Noch einmal streicheln.
Noch einmal Leckerchen verteilen.
Noch einmal bewusst Zeit schenken.
Gerade diese Momente sind oft die schwersten einer Reise.
An diesem Tag machten wir außerdem noch unseren großen Livestream direkt aus dem Shelter, um unseren Unterstützern zuhause einen Einblick in das neue Shelter in Corbii-Mari und natürlich in unsere Hunde zu geben.
Auch unsere Kettenhunde wurden natürlich nicht vergessen. Sie bekamen von uns zum Abschied noch einmal große Kauknochen, worüber sie sich riesig freuten. Diese kleinen Momente bedeuten oft so viel. 🥰
Diese Reise war diesmal besonders intensiv.
Sie war körperlich anstrengend, emotional, manchmal chaotisch – aber gleichzeitig wunderschön.
Das Wetter zeigte wirklich alles:
Von starkem Dauerregen und gerade einmal 4 Grad bis hin zu strahlendem Sonnenschein mit 22 Grad war alles dabei. 🌬️🌨️☀️
Und trotzdem haben wir in diesen wenigen Tagen unglaublich viel geschafft:
🐾neue Zwinger gebaut
🐾weitere Hundehütten ersetzt
🐾Container aufgestellt
🐾Hunde gesichert
🐾Welpen aufgenommen
🐾Gitter gestrichen
🐾unzählige Gespräche geführt
🐾dokumentiert, fotografiert und organisiert
Aber das Schönste für uns war etwas anderes:
Zu sehen, wie wohl sich unsere Hunde mittlerweile in Corbii-Mari fühlen.
Viele Hunde wirken entspannter.
Viele suchen inzwischen aktiv Kontakt.
Viele kommen neugierig nach vorne.
Und genau das zeigt uns, dass sie gut versorgt werden, Sicherheit spüren und liebevoll behandelt werden.
Wir danken Paul und unserem restlichen Team in Rumänien für die vertrauensvolle Zusammenarbeit! 🙏
Paul wurde in den letzten Monaten stark kritisiert für das Führen seines eigenen Shelters. Doch wir stehen weiterhin hinter ihm und wissen, das Wohl der Hunde liegt für ihn an erster Stelle! 🥰
Nun sitzen wir wieder zuhause an hunderten Fotos und Videos, aktualisieren Vermittlungsalben, schreiben Texte um und sortieren all die Eindrücke dieser Reise. 📋
Und obwohl wir gerade erst zurück sind, freuen wir uns jetzt schon auf unsere nächste Reise nach Corbii-Mari.
Danke an alle, die uns unterstützen, mitfiebern und diesen Weg gemeinsam mit uns gehen. Ohne euch wäre all das nicht möglich. ❤





















































































































































































































































































































































































































































Ein normaler Feierabend bedeutet hier übrigens: Duschen, Essen und Hundefotos zuzuordnen/kategorisiern. Heute jedoch mit einer Besonderheit – Wäsche waschen. Hätten wir dabei Zuschauer gehabt, hätten diese nun auch rote Gesichter. Aber vor lachen. Die Hostelbetreiber sind wirklich sehr freundlich, sprechen aber zu 100% nur rumänisch. Also stehen alle mit den Köpfen vor der Waschmaschine und jeder erzählt irgendetwas. Immer nett lächeln….wir haben in der 10 minütigen Unterhaltung nichts – absolut nichts verstanden. Und wir sind uns fast sicher, dass es ihm genau so ging. Aber witzig war es trotzdem. Nachdem die Wäsche fertig war, haben wir sie zusammen mit der Hoteldame draußen auf einer Drahtschnur an einer min. 478 Jahre alten Holzlatte aufgehangen. Ja, hier ist einiges anders. Aber wir haben wieder mal gemerkt, dass die Rumänen auch sehr zuvorkommende Menschen sein können.














